Nadelzucker

Kreatives Mamaleben zwischen Nähmaschine und Küche

Babynahrung

Ich hatte euch damals in meinem Beitrag zum Möhrenbrei versprochen, dass ich euch noch weitere Babybrei-Rezepte zeigen werde. Es ist nicht so, dass ich keinen Babybrei mehr koche, sondern eher, dass es so zur Routine für mich geworden ist, dass ich vergesse darüber zu berichten. Unser Sohn ist ein guter Esser – ich würde sogar sagen, ein sehr guter Esser 🙂 Glücklicherweise scheint er die Nahrung sehr gut zu verbrennen und man sieht es ihm gar nicht an. Ich koche mehrmals pro Woche Gemüse- und Obstbrei und lasse dabei meiner Kreativität freien Lauf. Gerne möchte ich euch daran teilhaben lassen und stelle in diesem Beitrag mein Vorgehen und einige meiner Kreationen vor.

Ich beginne erst einmal mit dem Gemüsebrei. Grundsätzlich halte ich mich bei der Zubereitung des Mittagsbreis an das Verhältnis 2:1. Das bedeutet, ich verwende zwei Teile Gemüse und einen Teil Stärkebeilage für den Brei. Ich verwende für die Babynahrung nur Bio Produkte, da ich der Meinung bin, dass bei so einem kleinen Körper die enthaltenen Pestizide in der Nahrung nicht unerheblich sind. Das jeweilige Gemüse wasche ich gut, schneide es in kleine Würfel und koche es in Wasser (ohne Salz) bis es weich ist, aber auf keinen Fall länger, da ansonsten die Vitamine verloren gehen. Das Kochwasser gieße ich nicht ab, sondern verwende es direkt für den Brei. Bei der Wassermenge setze ich auf meine persönlichen Erfahrungswerte: Bei Möhren nehme ich beispielsweise immer etwas mehr Wasser und bei wasserhaltigen Gemüsesorten wie Zucchini nehme ich immer etwas weniger. Generell nehme ich tendenziell etwas weniger Wasser und gebe beim Pürieren lieber noch etwas mehr hinzu. Natürlich kommt beim Gemüse die Frage auf, ob man es schälen sollte oder nicht? Zu Beginn der Beikost habe ich jedes Gemüse geschält. Ab dem sechsten Monat bin ich dazu übergegangen es so zu halten wie auch bei meinem Essen: Möhren, Kohlrabi etc. schäle ich und bei Zucchini, Hokkaido Kürbis etc. lasse ich die Schale dran. Ich schrubbe aber jedes Gemüse sehr sorgfältig mit einer Gemüsebürste ab. Ob mit oder ohne Schale muss jeder je nach Baby selbst entscheiden. Möglicherweise vertragen manche Babys die Schale nicht. Übrigens verwende ich auch tiefgekühltes Bio Gemüse. Das geht in der Zubereitung noch schneller, da es nur aufgetaut und gekocht werden muss. Das schälen, waschen und schneiden entfällt dabei ganz.

Kohlrabi

Wie ich die Stärkebeilage zubereite hängt von der jeweiligen Sorte ab. Zu Beginn der Beikost habe ich nur Kartoffeln genommen, jetzt variiere ich oft bei den unterschiedlichen Beilagen. Kartoffeln schäle ich, schneide sie klein und lasse sie mit dem Gemüse mitkochen. Reis und Polenta bereite ich in einem separaten Topf zu. Couscous lasse ich in Wasser quellen, koche es aber im Anschluss noch einmal mit dem pürierten Brei kurz auf.

Wenn das Gemüse und die Stärkebeilage gekocht sind, gebe ich immer etwas Bio-Direktapfelsaft hinzu. Der Apfelsaft liefert das nötige Vitamin C, das benötigt wird, um das Eisen in der Nahrung zu verwerten. Ein Apfel im Brei hat denselben Effekt. Ebenso kann Orangensaft oder etwas Orange beigefügt werden. Zudem kommt noch etwas Bio-Rapsöl hinzu, das beinhaltet wichtige Fettsäuren für das Baby. Dann gebe ich alles zusammen in den Mixer. Wir haben für unsere Bosch Maximum einen Mixeraufsatz aus Glas, der wirklich erste Klasse ist! Der hat bisher alles in kürzester Zeit klein bekommen. Übrigens gebe ich Couscous nicht mit in den Mixer. Der ist so klein, dass unser Kleiner den problemlos isst.

Erbsen_Möhren

Zweimal in der Woche gibt es bei uns Fleisch. Das bereite ich aber separat zu und gebe es dann jeweils dem Gemüsebrei hinzu – das entspricht nicht ganz der Wahrheit, da ich ungern rohes Fleisch anfasse, hat bis jetzt immer mein Mann die Aufgabe übernommen, das Fleisch zuzubereiten.  Auch hier setze ich ausnahmslos auf Bio Produkte. Ja, ich habe gemerkt, dass Bio Fleisch sehr teuer ist, vor allem bei Geflügel. Aber bei uns gibt es mittlerweile zweimal pro Woche 30 Gramm Fleisch und das ist finanziell vertretbar. Bis zum achten Monat habe ich zweimal pro Woche 20 Gramm Fleisch gefüttert. Bisher habe ich immer Geflügelfleisch oder Rindfleisch genommen, mal in Form von Filet, Braten oder Tafelspitz, je nachdem, was gerade im Angebot ist, denn letztendlich wird es püriert und die Form ist nicht mehr zu erkennen. Das Fleisch wird in kleine Stücke geschnitten und in etwas Wasser gekocht. Anschließend wird es püriert – bei diesen kleinen Mengen funktioniert unsere Mixeraufsatz allerdings nicht und ich verwende einen einfachen Pürierstab. Die Fleischmasse fülle ich dann in Eiswürfelformen und friere sie ein. So kann ich die Fleischportionen gut herausnehmen und dem Brei hinzufügen.

Und um es nicht nur bei der Theorie zu belassen, kommen jetzt ein paar meiner Kombinationen, die sich bewährt haben. Normalerweise nehme ich insgesamt 600 g Gemüse und 300 g Stärkebeilage, in die ich 180 ml Apfelsaft und 50 ml Rapsöl gebe. Bei unseren Essmengen kommen dann etwa sechs Mahlzeiten heraus, die ich portionsweise einfriere.

  • Möhren-Kartoffel-Brei (600 g Möhren, 300 g Kartoffeln)
  • Kohlrabi-Kartoffel-Brei (600 g Kohlrabi, 300 g Kartoffeln)
  • Fenchel-Kartoffel-Brei (600 g Fenchel, 300 g Kartoffeln)
  • Kürbis-Kartoffel-Brei (600 g Kürbis, 300 g Kartoffeln)
  • Fenchel-Möhren-Kartoffel-Brei (400 g Fenchel, 200 g Möhren, 300 g Kartoffeln)
  • Erbsen-Möhren-Kartoffel-Brei (300 g Erbsen, 300 g Möhren, 300 g Kartoffeln
  • Möhren-Haferflocken-Kartoffel-Brei (600 g Möhren, 100 g Haferflocken, 200 g Kartoffeln)
  • Spinat-Süßkartoffel-Brei (600 g Spinat, 300 g Süßkartoffeln)
  • Brokkoli-Reis-Brei (600 g Brokkoli, 100 g Reis mit 200 ml Wasser)
  • Kürbis-Reis-Brei (600 g Kürbis, 100 g Reis mit 200 ml Wasser)
  • Möhren-Couscous-Brei (600 g Möhren, 100 g Couscous mit 200 ml Wasser)
  • Zucchini-Couscous-Brei (600 g Zucchini, 100 g Couscous mit 200 g Wasser)
  • Kürbis-Spinat-Couscous-Brei (500 g Kürbis, 100 g Spinat, 100 g Couscous mit 200 ml Wasser)
  • Möhren-Blumenkohl-Polenta-Brei (400 g Möhren, 200 g Blumenkohl, 100 g Polenta mit 200 ml Wasser)

Wie ihr seht, gibt es quasi keine Grenzen bei der Zusammensetzung von Brei. Immer wenn ich ein neues Gemüse eingeführt habe, habe ich es zuerst alleine mit der Stärkebeilage gegeben und erst beim zweiten Mal ein anderes Gemüse hinzugefügt. So könnte ich mögliche Unverträglichkeiten feststellen. Da ihr nicht immer von dem Gemüse die genaue Grammzahl habt (wie in meinen Beispielsrezepten angegeben) könnt ihr die Menge der Stärkebeilage je nach Gewicht des Gemüses anpassen. So mache ich es übrigens auch.

Nektarinen

Auch für die Zubereitung des Obstbreis nutze ich nur Bio Obst, denn gerade Obst kann sehr stark mit Pestiziden belastet sein. Den Obstbrei bereite ich nur aus dem Obst und Wasser zu. Manchmal ist der Brei ziemlich flüssig, wenn ich beispielsweise zu viel Wasser hinzugegeben habe oder die Obstsorte an sich sehr wasserhaltig ist. Wem der Brei dann zu flüssig ist, der kann ein paar Reisflocken hinein geben. Die Gläschen Produzenten machen es nicht anders, denn auch bei Ihnen variiert die Konsistenz des Obstes. Eingeführt habe ich den Obstbrei mit Apfelbrei. Dabei habe ich die Äpfel gut gewaschen, geschält, entkernt und in Stücke geschnitten. Die Apfelstücke habe ich mit etwas Wasser – auch hier gehe ich nach Augenmaß vor – fünf Minuten köcheln lassen und dann in dem Kochwasser püriert. Das pürierte Obst habe ich in kleinen Portionen eingefroren. So kann ich es immer nach Bedarf langsam im Kühlschrank auftauen lassen. Nach und nach habe ich weitere Obstsorten wie Birnen, Bananen usw. eingeführt. Bananen sind übrigens das einzige Obst das nicht gekocht werden muss. Als unser Kleiner dann sechs Monate alt war, habe ich aufgehört das Obst wie Äpfel und Birnen zu schälen und habe es nur noch sehr sorgfältig abgewaschen. Denn schließlich liegen die meisten Vitamine direkt unter der Schale. Als unser Kleiner dann acht Monate alt war, habe ich das Obst nicht mehr gekocht – das kam allerdings nicht so gut bei ihm an 🙂 Anscheinend schmeckte es ihm nicht, da er nur ganz wenig gegessen hat. Jetzt koche ich das Obst wieder, aber ich lasse es nur noch einmal kurz aufkochen und nicht mehr fünf Minuten lang.

Pflaumen

Die Frage danach wie viel Obst ein Baby essen sollte und welche Sorten geeignet sind, lässt sich nur sehr schwer beantworten, denn die Meinungen hierzu sind sehr verschieden. Ich persönlich bin der Meinung, das Obst sehr gesund ist und der enthaltene Zucker nicht schadet. Ich gebe unserem Zwerg am Vormittag nur Obst und nachmittags noch einmal Getreidebrei mit Obst. Als ich die Vormittags- und Nachmittagsmahlzeit noch nicht eingeführt hatte, habe ich immer in den Abendbrei etwas Obst gegeben. Ich weiß, dass häufig gesagt wird, dass die Babys durch Obst auf Süßes getrimmt werden, aber bei unserem Kleinen war es nicht so. Er hat schon früh Obst bekommen und steht aber vor allem auf den Mittags- und Abendbrei, die nicht süß sind.

Pflaumenmus

Welche Obstsorten darf man dem Baby geben? Ich habe viel über Beikost gelesen und mir ist aufgefallen, dass sich die ganze Literatur da nicht einig ist: Manchmal wird gesagt, Pflaumen gingen ab vier Monaten, woanders heißt es, Pflaumen auf jeden Fall erst ab acht Monaten geben, da sie abführend wirken. In meinem Buch zur Beikost stand, dass Babys Orangen ab sechs Monaten vertragen und woanders habe ich gelesen, dass Zitrusfrüchte erst ab einem Jahr gegeben werden sollten. Ich finde das alles sehr verwirrend! Letztendlich ist jedes Kind anders und verträgt andere Lebensmittel. Unser Kleiner verträgt bisher jedes Obst und auch Gemüse sehr gut, daher variiere ich viel bei den Sorten. Er hatte noch nie einen wunden Po. Ich habe da eine Theorie, die ich von meiner Schwester habe. Meine Schwester hat in der ersten Schwangerschaft sehr viel Obst gegessen und ihr Sohn hatte nie einen wunden Po. In der zweiten Schwangerschaft hat sie viel weniger Obst gegessen und ihr Sohn hatte oft einen wunden Po. Also habe ich in der Schwangerschaft sehr viel Obst gegessen und siehe da, unser Kleine hatte noch nie einen wunden Po. Das ist jetzt nicht wissenschaftlich bewiesen, aber ich glaube daran 🙂 Folglich ist unsere Liste an Obst schon ziemlich lang: Äpfel, Birnen, Bananen, Pfirsiche, Pflaumen, Orangen, Mandarinen und Kirschen. Bei Orangen und Mandarinen verwende ich nur das Fruchtfleisch, da auch beim Pürieren die Haut schonmal größer bleiben kann und dann habe ich Angst, dass sich unser Kleiner daran verschlucken könnte. Übrigens scheint es so als ob er Orangen und Mandarinen besonders gerne isst. Jedenfalls isst er das am schnellsten. Unser neuestes Obst ist Wassermelone, die koche ich vorher nicht, sondern püriere sie direkt. Die scheint sehr gut anzukommen. Das habe ich mir aber schon gedacht, da ich in der Schwangerschaft kiloweise Wassermelone gegessen habe 🙂 Da der Brei der Wassermelone so flüssig ist, lasse ich meinen Kleinen das Obst aus einem Becher trinken – das ist natürlich wahnsinnig spannend für ihn.

Jetzt habe ich euch aber viel von meinem Wissen über Beikost mitgeteilt. So einen langen Blogbeitrag habe ich noch nie geschrieben. Aber eins muss ich noch loswerden: Jedes Kind ist anders und hat andere Vorlieben. Eines isst viel, das andere isst wenig, manche essen viele verschiedene Sorten, andere weniger. Ich kenne sogar zwei Babys, die nur Gläschen essen und nichts Selbstgekochtes. Und wieder andere mögen die Konsistenz des Breis nicht und essen sofort von ganzen Stücken. Ich habe mir immer die Tipps und Erfahrungen angehört, egal ob von der Familie, Freunden, Kinderärzten etc. und dann selbst entschieden wie ich es mache. Denn ich kenne mein Kind am besten und ihr kennt euer Kind am besten.

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